Habt Ihr eine Schülerfirma gegründet oder seid schon lange im Geschäft? Dann wird es Zeit, dass Ihr eure Firma online präsentiert und am Bundes-Schülerfirmen-Contest teilnehmt. Hier findet Ihr alle Informationen dazu
SFZ Erlangen
Anschrift:Stintzingstraße 22, 91052 Erlangen
Firmengründung: 1 Januar 2010
Anzahl der Mitarbeiter: 6
Wir sind eine Schülerfirma des SFZ Erlangen, einer Schule im Herzen der kleinen Stadt Erlangen. Im Schuljahr 2010/2011 sollte eine neue Schülerfirma entstehen, und Frau Schmid hatte die tolle Idee, doch eine Schülerfirma Imkerei zu begründen, da sie schon Erfahrung mit Bienen gemacht und aus dem Bekanntenkreis schon von ähnlichen Projekten erfahren hatte. Schnell begeisterte sie auch ihren Kollegen Herrn Kohl für die Idee. Dann kontaktierte sie schnell Herrn Müller-Engler, den staatlichen Fachberater für Bienenzucht in Mittel- und Unterfranken, der seinen Sitz ebenfalls in Erlangen hat und die Idee sehr gut fand und seine Kooperation anbot. Mit dem Profi im Gepäck gelang es dann auch, die Schulleitung vom Konzept zu überzeugen und die ersten Schüler konnten sich für die erste Schulimkerei in Erlangen bewerben.
Die Namensfindungsphase gestaltete sich zu Beginn etwas länger, aber letztendlich konnte man sich auf den Namen “Schulimkerei Paul” einigen. Zur Erklärung, unsere Schule hieß jahrelang “Jean-Paul-Schule”, weswegen das “Paul” naheliegend war. Auch der Logozeichen-Wettbewerb war ein großer Erfolg und man entschloss sich, die Zeichnung von Samera M. als neues Logo zu verwenden. Dank einer netten Grafikerin erstrahlte das Logo dann auch schon bald digital in Farbe.
Neben der theoretischen Unterstützung durch Herrn Müller-Engler konnte auch ein Sponsor an Land gezogen werden, der die ersten finanziellen Investitionen in das Arbeitsmaterial und die Bienenwohnungen steckte. Vielen Dank dafür an die Firma defacto!
Außerdem gestaltete sich sehr schnell eine Kooperation mit der ebenfalls an der Schule tätigen Schülerfirma GaLa (Gartenbau und Landschaftsgestaltung), die sich bereit erklärte, den Schulgarten mit Bienentrachten zu bepflanzen. Damit ist auch gesichert, dass die Bienen in nächster Umgebung genug Nektar und Pollen finden.
Konzept:
Warum sich die Imkerei hervorragend für das Konzept einer Schülerfirma eignet, soll im Folgenden kurz und knapp dargestellt werden.
Die Imkerei ist die einzige Tierhaltung, in der es noch möglich ist, sämtliche Schritte vom Beginn der Imkerei mit all seinen Investitionen in Güter und Verbrauchsmaterialien bis zur Verarbeitung, Veredelung, Vermarktung und dem Verkauf der Bienenprodukte genau und vor Ort zu beobachten, selbst zu planen und alle notwendigen Tätigkeiten selbst durchzuführen. Auf theoretischer Ebene erhalten die Schüler Einblick in die hochkomplexen Vorgänge im Bienenstaat und werden durch die große Bedeutung der Honigbiene im Ökosystem und ihrer heutigen Unfähigkeit, in Zeiten von Varroa-Milbe und rätselhaftem Bienensterben ohne den Menschen zu überleben, auch für den aktiven Naturschutz sensibilisiert. Die Aufgaben der Schülerfirma im praktischen Tätigkeitsbereich im Bienenjahr sind vielfältig und abwechslungsreich:
* Wachsverarbeitung in der Vorweihnachtszeit (Kerzen gießen und rollen, Weihnachtsschmuck aus Wachs, Verzierungsarbeiten, Verkauf in Schule und auf Märkten)
* Bauen der Rähmchen, Reinigung alter Rähmchen, Reparaturarbeiten an den Beuten
* Pflege des Schulgartens gemeinsam mit der Schülerfirma GaLa (Anpflanzung geeigneter Pflanzen)
* Bienenpflege (Frühjahrsdurchsicht, regelmäßige Völkerkontrolle, Auffütterung der Völker, Varroabekämpfung, Schwarmverhinderung im Frühsommer, Wabenhygiene, evtl. Ablegerbildung)
* Das Highlight im Bienenjahr, die Honigernte (Wabenentnahme, Entdeckeln, Schleudern, Sieben, Abfüllen) und der Vertrieb und Verkauf des Honigs.
Dazu kommen betriebsorganisatorische Tätigkeiten, die auf weite Bereiche des Berufslebens vorbereiten können:
* Gezielte Beschaffung von Verbrauchsmaterialien (Anbietersuche, Preisvergleich)
* Konto- und Buchführung
* Zusammenarbeit mit Partnern (Suche nach Sponsoren und örtlichen Verkaufsstellen, Kooperation mit “Berufskollegen”)
* Personalverwaltung (Einstellungsgespräche, Arbeitsvertrag, Planung der Arbeitszeiten)
* Einhaltung von Betriebsvorschriften (Sicherer Umgang mit Bienen, sicherer Umgang mit Werkzeugen, Lebensmittelkennzeichnung, Sicherheitsvorschriften…)
Einen weiteren nicht unwesentlichen Teil der Arbeit bereitet zudem die begleitende Dokumentation der Arbeit auf der Homepage, zu finden unter www.schulimkerei-paul.de. Wir entschieden uns für ein leicht zu pflegendes WordPress-System, für das jeder Mitarbeiter zu Beginn der Arbeit einen Account erhält. Mit diesem ist jeder Schulimker in der Lage, einfache Artikel auf der Internetseite zu veröffentlichen und Kommentare zu verfassen. Die Schüler erhalten damit einen Internetauftritt, mit dem sie sich identifizieren können und der sie und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit repräsentiert. Zudem bietet die Seite dank dem flexiblen WordPress-System und unzählig vielen möglichen Erweiterungen je nach Bedarf weitere Möglichkeiten (Vertrieb des Honigs, Ausbau der Seiten, Bildergallerien usw.)
Auch wenn es zu Beginn kaum möglich sein wird, Gewinn zu erwirtschaften und man vor allem auf Sponsoren und Fördergelder angewiesen ist, lässt sich zusammenfassend feststellen, dass sämtliche Prozesse perfekt geeignet sind, um den Schülern Einblick in verschiedene Bereiche eines Betriebes zu ermöglichen und sämtliche Schritte von der Produktion, der Vermarktung und dem Verkauf selbst zu organisieren und durchzuführen. Die Schüler erleben sich selbst immer als handelnde Individuen, die sich gemeinsam in der Firma ausprobieren, ihre eigenen Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen können. Zudem dürfen sie ihre \\\"Marke\\\" auch an verschiedenen Events (Verbrauchertagen, Marktstände in der Stadt, Vorstellung bei möglichen Sponsoren) präsentieren.
Honig aus eigener Herstellung, Bienenwachsprodukte (Kerzen gerollt und gegossen, Weihnachtsbaumschmuck)
