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COX&CO

RGS Mildstedt

Anschrift: Kirchenweg 6, 25866 Mildstedt

Firmengründung: 13 Dezember 2009

Anzahl der Mitarbeiter: 36

Kontakt

copyright by Müller Medien GmbH & Co. KG

Unsere Geschäftsidee

Das Interview
mit unserer Schuelerfirma COX&CO


Daten:

-RGS Mildstedt (Schleswig-Holstein)

-Schultyp: Regionalschule mit Grundschulteil

-Teilnehmer: Klassen 3--9; ueber 500 Schueler

-Schuelerteam: 36 Teilnehmer

-Firmengruendung: seit 03.12.2009

-Bezeichnung der Schuelerfirma: COX&CO (Verarbeitung von Obst mit dem Ziel der klimaneutralen Produktion)

-BNE im Alltag unmittelbar und handlungsorientiert (er)leben

-Vertiefte Berufsorientierung und Vorbereitung (ausbildungs- -faehig, -willig, -bereit)

- Vorbildcharakter fuer andere Betriebe


Wer hatte die Idee fuer die Gruendung einer Schuelerfirma?

Die Idee entstand aus dem Dialog einer ueber dreißigjaehrigen, handlungsorientierten Arbeit im Bereich des Natur- und Umweltschutzes unserer Schule.

Welche Ziele wollt Ihr damit erreichen?

Hauptziel fuer Schueler, Eltern und Lehrer ist es, die Inhalte der BNE durch praktische Aktivitaeten im Taeglichen zu (er)leben. Deshalb gruendeten wir unsere Schuelerfirma COX&CO. Sie ist mit einem eigenen Curriculum als Unterrichtsfach fest im Schulprogramm verankert. Wir produzieren in eigenen Raeumen auf hoechstem technischem Niveau und unter strengen Hygienevorschriften ueber 4.000 Liter Apfelsaft pro Jahr.

Auch die Ressourceneffizienz steht im Mittelpunkt. Der sparsame Umgang

mit Boden, Wasser und Energie ist genauso wichtig wie die Erhaltung von Lebensraeumen mit deren Biodiversitaet und der Foerderung von Sozialvertraeglichkeit. Bis zum Jahre 2015 erreichen wir den Status: KLIMANEUTRAL.

Zum anderen erwerben die Schueler durch berufsnahe und firmenreale Lernerfahrungen Schluesselqualifikationen, wie sie in keinem herkoemmlichen Unterrichtsfach vermittelt und erworben werden koennen.

Wie habt Ihr Euer Projekt „Schuelerfirma“ umgesetzt/setzt Ihr es um?

Vor 15 Jahren sammelten wir regionale Obstsorten und richteten hierfuer eine 1,5 ha große Streuobstwiese mit 130 hochstaemmigen Obstbaeumen ein. Um die Fruechte sinnvoll zu verwerten, versuchten wir vor 3 Jahren mit einfachsten Geraeten Saft zu produzieren und zu vermarkten.

Die Resonanz war sehr positiv, so dass wir die Schuelerfirma COX&CO gruendeten,

in der gleichzeitig auch die Ziele der BNE umgesetzt werden koennen. Wir konnten COX&CO als Schulfach in den Stundenplan integrieren und es wurde zu einem festen Bestandteil unseres Schulprofils.

Wer hat bisher in der Schuelerfirma mitgearbeitet?

Alle Schueler, Lehrer, Eltern und die Gemeinde unterstuetzen die Arbeit von COX&CO!

Die Schueler der 7. Und 8. Klassen haben die Moeglichkeit, im Rahmen des WPU COX&CO mit zwei Wochenstunden verbindlich für zwei Jahre zu waehlen.


Welche Produkte stellt Ihr her?

--Vorwiegend Apfelsaft, aber auch Sortensaefte und Eislese

--Rhabarbersaft

--alkoholfreien Punsch

--Apfel- und Gemuesechips --- unsere Schueler lieben sie, aber sie muessen knackig sein!

In Zukunft:

--Tierkekse aus Trester

--Tee aus Fruechten

--Mischsaefte (Mango, Erdbeere, Birne, Apfel, Karotte, Quitte)

--Saefte und Chips aus Lokalsorten

Was macht Ihr mit dem Saft, den Ihr nicht verkaufen konntet?

Wir kochen ihn ein, so dass ein Sirup entsteht (sogenanntes Apfelkraut). Aus ihm backen wir mit Cerealien und Nuessen koestliche Muesliriegel. Die Produktion fand noch nicht in großen Mengen statt, da wir auch bei guten Ernten Saftmengen von über 4000 Litern bereits im Fruehsommer verkauft hatten.

Was habt Ihr bislang erreicht?

Bereits nach dem ersten Produktionsjahr konnten wir durch Verhaltensaenderungen und durch den Einsatz modernster Maschinen den Energieverbrauch um ueber 50 Prozent senken. Der Vertrieb des Saftes erfolgt auf regionaler Ebene (Wege unter 1km). Wir konnten ein eigenes Mehrweg-Glasflaschen-Pfandsystems und eine Waschstraße mit geschlossenem Kreislauf aufbauen. Wir waschen im Jahr ueber 10.000 Flascheneinheiten!

Wir verwerten den Apfel zu 100 Prozent (Saft + Tierkekse)!

Ein eigenes Umweltaudit ermoeglicht uns die Ueberpruefung unserer Ziele.

Welche technische Ausstattung besitzt Ihr in der Produktion?

Die hohen Anforderungen an Hygiene, an Unfallverhuetung und an nachhaltigem Wirtschaften koennen nur durch einen modernen Geraete-und Maschineneinsatz erfuellt werden, den wir bereits jetzt schon besitzen.

Welchen zeitlichen, finanziellen Aufwand habt Ihr eingesetzt?

Bis zum Jahr 2015 moechten wir den Status KLIMANEUTRAL erreichen. Die Kosten für die Umsetzung werden beglichen durch die Gemeinde, Sponsorengelder, die BINGO- Lotterie und Verkaufserloese. In drei Jahren muessen wir die Verkaufserloese nicht vorrangig für die Anschaffung neuer Maschinen verwenden.

Was ist kreativ und besonders an Eurer Schuelerfirma?

COX&CO wird von Schuelern getragen (also kein Planspiel). Alle arbeiten fast unter realen Bedingungen, nur mit dem Unterschied, dass die Firma im Schonraum der Schule agiert und keinem existenziellen Druck unterliegt. Trotzdem haben die Schueler den Ehrgeiz einer oekonomischen Prosperitaet. Die Umsetzung von BNE sowie das hohe Ziel der Klimaneutralitaet empfinden sie nicht als Hemmnis, sondern sie entwickeln eine Gestaltungskultur, wie man CO2- Vermeidung durch Ressourceneffizienz erreichen kann.

Auf diese Weise gehen Sie anderen Unternehmen mit gutem Beispiel voran.

Wie erreicht Ihr Aufmerksamkeit?

Unsere Außendarstellung ist sehr vielseitig: Wir haben 3 verschiedene Webseiten im Internet und treten auf der Energie Messe in Husum auf. Es gibt regelmaeßig Artikel in den Lokalnachrichten. Wir arbeiten mit 3 Universitaeten eng zusammen.

Jedes Jahr gibt es mehrere Modulangebote in der Lehreraus- und Fortbildung. Wir kooperieren mit benachbarten Schulen und Behinderteneinrichtungen und organisieren eigene Veranstaltungen und Umweltmessen. Außerdem gibt es eine Patenschaft mit „Let me be a child“ aus Aethiopien!

Welche Auszeichnungen konntet Ihr bisher erwerben?

Die groeßte Anerkennung haben wir von den Schuelern bekommen. Sie genießen den Saft und finden die Natursueße ausreichend. So koennen wir ohne Ueberzeugungsarbeit und Werbung unseren Saft an die Schueler als Hauptkunden verkaufen.

Darueber hinaus erhielten wir folgende Auszeichnungen:

--Den Umweltpreis der Gemeinde Mildstedt

--Rotary Club Husum; erster Preis: „Buendnis für Bildung. Rotary hilft“

--Die UN-Dekade der UNESCO*

--JES- Projekt „Die Sonne im Doppelpack“

--Den Energiesparmeister 2012 „Das beste Projekt“

--Sonderpreis Zukunftsschule Schleswig- Holstein

*„Unsere Gesellschaft braucht innovative Bildungsangebote wie die Schuelerfirma COX&CO. Sie vermitteln praktisch und anschaulich jene Faehigkeiten, die wir benoetigen, um Probleme der globalisierten Welt zu meistern.\" Prof. Gerhard de Haan Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade in Deutschland.

Was macht Ihr mit den erwirtschafteten Gewinnen?

Je nach Beduerftigkeit werden die Gewinne in 4 Bereiche verteilt:

1.Pflegemaßnahmen der Streuobstwiese und Wartung der Maschinen

2.Foerderung nachhaltiger Projekte

3. Ausgleich für sozialbenachteiligte Kinder an unserer Schule

4.Unterstuetzung der Patenschaft in Aethiopien „Let me be a child“

Wie sieht Eure Vernetzung aus? Obwohl wir regional wirtschaften, konnten wir bereits im ersten Jahr ein großes Netzwerk aufbauen, das stetig waechst. (s. Netzwerk in: www:coxundco.de)

Wie plant Ihr Eure Schuelerfirma fortzufuehren?

-Expansion: Bereits in der Anfangsphase, als wir die ersten ueber aus positiven Erfahrungen machten, richteten wir uns auf eine starke Expansion von COX&CO aus. Unsere modernsten Maschinen erfuellen alle aktuellen Anforderungen an Hygiene, Arbeitssicherheit und koennen auch bei hoeheren Belastungen das erfuellen. Wir sind bestrebt das Angebot an Produkten zu vergroeßern.

-Streuobstwiese: Auf unserer schuleigenen, 1,5 ha großen Streuobstwiese arbeiten wir mit drei Gaertnermeistern, die die „neu entdeckten“ Lokalsorten auf „junge Beine“ setzen und somit fuer den Erhalt sorgen. Leider sind noch nicht alle Lokalsorten vorhanden und zur Sicherung in doppelter Anzahl vertreten. Durch Unterstuetzung der Fielmann-Stiftung koennen die Nachpflanzungen fuer das Jahr 2013 erfolgen.

Aber damit ist die Sorte noch nicht dauerhaft gesichert.

Wir ueberpruefen die beschriebenen Eigenschaften und untersuchen

darueber hinaus, zu welchen weiteren Verwendungszwecken sie benutzt werden koennen.

Die Ergebnisse stellen wir der Oeffentlichkeit vor.

Somit sorgen wir für die Etablierung alter Sorten und helfen diese dauerhaft für die naechsten Generationen zu sichern. Heute, im Zeitalter der gefaehrdeten Biodiversitaet und der Suche nach kultureller Identitaet, kann man jene alte Sorten als typisches und meist seltenes schleswig- holsteinisches Kulturgut ansehen, das es verdient hat, neben den klassischen und modernen Sorten für den Verbraucher dieser Region und anderen Liebhabern bewahrt zu bleiben.

-Curriculum: Veraenderungen sind im Bereich des Curriculums zu erwarten, da wir die Aufgliederung in Pflicht-, Wahl- und Interessenbausteine nicht mehr linear sehen, sondern einige Bereiche werden ausgegliedert (s.Kleeblatt) und die verbleibenden in kreisfoermiger Anordnung ausgerichtet, so dass jeder Schueler epochal in verschiedenen Bereichen arbeiten muss. Damit erhoffen wir uns eine Vertiefung der Schluesselqualifikationen zu erreichen. Außerdem soll sich jede Gruppe besser steuern koennen und noch mehr Selbstverantwortung uebernehmen.

-Firmenstruktur: „Internationales Jahr der Genossenschaft 2012“ nehmen wir zum Anlass, uns bereits in diesem Jahr mit unserer zukuenftigen Firmenstruktur vertraut zu machen, naemlich die Gruendung einer Genossenschaft. Die Lehrer im Fach Wi./Po. entwickeln hierfuer eine Unterrichtseinheit. Wir gehen davon aus, dass wir diese im naechsten Jahr im WPU „Kaufmaennischer Bereich“ unter realen Bedingungen umsetzen koennen. Von der VR-Bank Husum und vom Genossenschaftsverband Schleswig- Holstein erhalten wir tatenkraeftige Unterstuetzung.

-Berufsorientierung: In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit moechten wir die in unserer Schuelerfirma vorkommenden Berufe mit ihren Anforderungen deutlicher hervorheben!

Uns erscheint im Schuelerfirmenbereich von COX&CO des WPU folgende Gliederung von Vorteil:

Blatt 1: Pflege der Streuobstwiese und Produktion (Berufe wie: Gaertner, versch. Handwerksberufe, Steuer-und Regelmechaniker)

Blatt 2: Buero und Marketing Buchfuehrung mit realem Geld; Vorstand; Werbung; Mitgliederversammlung; Rechtsformen;

Ueberweisungen; Rechnungswesen

(Berufe: Bankangestellte, Einzelhandel,

Steuerberater, Buchhaltung; Marketing)

Blatt 3: Technik und Physik; Holzkisten

anfertigen; kleine Geraetschaften entwickeln,

die die Produktionsablaeufe vereinfachen.

Pflege- und Wartungsarbeiten der Maschinen

und der Lagerstaette ( div. Handwerksberufe,

Regeltechniker, Mechatroniker)

Blatt 4: Chemie Fermentierung, Herstellen von Wein, um daraus Essig herzustellen; Abstriche vornehmen und Kulturen ansetzen; Ueberpruefung der Hygiene; Testen von Reinigungsmitteln; Zusammenarbeit mit der Meierei Kaese, Joghurt etc. (Meierist, MTA; Lebensmittelueberwachung -oder Verarbeitung)

-Klimaneutralitaet: Neben dem Saft werden wir Fruchttee und aus dem Rueckstand (Trester) Futterkekse für Tiere herstellen.

Die erforderliche Energie stammt aus der Solarthermie, die wir bis zum Sommer über das JES-Projekt finanziert und installiert bekommen.

Die Anlage deckt etwa 85 Prozent unseres Waermebedarfs ab. Neben dem Produktionsraum bauen wir in Kooperation mit der Berufsschule eine Lagerstaette aus Lehm, Glasflaschen und Holz.

Auf dem 120 m² großen Dach moechten wir eine Photovoltaikanlage errichten, so dass wir fast klimaneutral arbeiten.

Produktbeschreibung

3000 Liter Apfelsaft und aus dem Trester 4000 kg Tierkekse


www.youtube.com/watch?v=0AcxwlHc9dQ


www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=F1zXpqDivhA

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