Schülerfirmen aufgepasst

Registrieren, präsentieren und gewinnen

Habt Ihr eine Schülerfirma gegründet oder seid schon lange im Geschäft? Dann wird es Zeit, dass Ihr eure Firma online präsentiert und am Bundes-Schülerfirmen-Contest teilnehmt. Hier findet Ihr alle Informationen dazu.

Allgemeine Infos zu Schülerfirmen:

Was ist eine Schülerfirma?

Eine Schülerfirma (auch Schülerunternehmen, Mini-Unternehmen, Juniorenfirma oder Juniorenunternehmen genannt) ist ein reales Unternehmen, das Produkte herstellt und/oder verkauft oder Dienstleistungen anbietet. Die Rolle der Mitarbeiter und Geschäftsführer übernehmen Schüler, die von kaufmännischen Tätigkeiten bis hin zu unternehmerischen Entscheidungen ihre Firma in Eigenregie führen. Die Schüler stellen Produkte her oder bieten Dienstleistungen an und vermarkten diese. Es gibt die verschiedensten Ideen zur Gründung einer Schülerfirma – vom Cateringunternehmen bis hin zur Fahrradwerkstatt. Wie in der realen Geschäftswelt gibt es auch in Schülerfirmen Gewinne und Verluste, da auch dort mit echtem Geld gewirtschaftet wird.

Ist eine Schülerfirma ein Planspiel?

Nein, ein Planspiel – insbesondere ein Unternehmensplanspiel - ist ein virtuell durchgeführter Ablauf von Geschäftsvorgängen. Das interaktive Rollenspiel simuliert Ereignisse innerhalb einer Firma unter Einfluss der Umwelt. Die Mitspieler können sich in unterschiedlichen Rollen ausprobieren und gewinnen Erkenntnisse zu unternehmerischen Fragestellungen. Schülerfirmen hingegen nehmen am reellen Geschäftsleben teil, handeln mit echten Waren und nehmen Geld ein.

Welchen Nutzen hat eine Schülerfirma für den Schüler?

Für Schüler hat eine Schülerfirma viele Vorteile. Durch das Planen, Herstellen und Vermarkten von Produkten oder Dienstleistungen gewinnen die Schüler einen Einblick in die echte Arbeitswelt und können sich wichtige Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Zielstrebigkeit – also sogenannte Soft Skills - aneignen. Die sonst im Wirtschaftsunterricht nur theoretisch gewonnenen Erkenntnisse, wie zum Beispiel Preiskalkulation oder Beobachtung der Marktsituation, werden in einer Schülerfirma praktisch erlernt und wirtschaftliche Zusammenhänge selbst erprobt. Das Arbeiten in einer Schülerfirma kann zudem die spätere Berufsorientierung maßgebend prägen, da ein Einblick in alle Bereiche eines Unternehmens gewährt wird und so Kompetenzen des wirtschaftlichen Handelns erlangt werden. Die Schüler lernen ihre eigenen Stärken und Schwächen besser einzuschätzen, was ihnen die spätere Berufswahl erleichtert. Falls Lohnzahlungen vereinbart sind, ist das Entgelt neben einem Zeugnisvermerk, einer Note oder einer Praktikumsbescheinigung ein Anreiz, sich um die Mitarbeit in der Schülerfirma zu bewerben.

Welchen Nutzen hat eine Schülerfirma für den Lehrer?

Lehrer agieren in einer Schülerfirma als Projektleiter und Ansprechperson. Sie gründen das Unternehmen und stehen als Berater oder Moderator den Mitarbeitern zur Verfügung. Sie können die Leistungen der Schüler beurteilen und haben die Möglichkeit der Notenvergabe. Der Lehrer nutzt die Möglichkeit das abstrakte Wirtschaftswissen lebhaft zu vermitteln und ermöglicht ein kreatives Lernumfeld. Durch den direkten Praxisbezug ist der Lerneffekt nachhaltig gesichert. Nicht zuletzt entsteht zwischen Lehrer und Schüler ein neues Verhältnis, denn er oder sie ist für die Mitarbeiter der Schülerfirma Berater und steht hilfegebend zur Seite.

Für welche Schularten gibt es Schülerfirmen?

Schülerfirmen können in allen Schulformen und Schularten eingesetzt werden. Von der Grundschule über die Förderschule bis hin zu Gymnasium oder Berufsschule. An jeder Schule können Schülerfirmen gegründet werden.

Gibt es verschiedene Abteilungen in einer Schülerfirma?

Bei der Gründung eines Unternehmens sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, jedoch ist es von Vorteil, zu Beginn fünf wichtige Abteilungen zu berücksichtigen:

  • Buchhaltung / Kasse
  • Produktion / Herstellung
  • Kommunikation
  • Einkauf
  • Verkauf

Welche Rechtsform ist zu wählen?

Generell muss nach außen hin klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Schülerfirma handelt.

Es können verschiedene Rechtsformen gewählt werden:

  • Gesellschaft des bürgerlichen Rechts GbR
  • Offene Handelsgesellschaft OHG
  • Kommanditgesellschaft KG
  • Aktiengesellschaft AG
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbH
  • Kommanditgesellschaft auf Aktie KGaA
  • AG & Co. KG
  • GmbH & Co. KG
  • Genossenschaft

Die Wahl der Rechtsform ist abhängig von der Rechtsgestaltung, der Haftung, der Leitungsberechtigung, der Gewinn- und Verlustbeteiligung, der Finanzierung, der Steuerbelastung, den Aufwendungen der jeweiligen Rechtsform sowie dem Zwang zur Publizität. Je nach der individuellen Situation der Schülerfirma wird die Rechtsform durch die Schüler gewählt.

Wie lange existiert eine Schülerfirma?

Die Laufzeit einer Schülerfirma ist individuell. Einige Schülerfirmen werden im Rahmen von Projekten nur für ein paar Wochen ins Leben gerufen, andere haben sich im Schulalltag so integriert, dass sie von Schülergeneration zu Schülergeneration weitergeführt werden.

Wie läuft die Vorbereitung auf eine Schülerfirma ab?

Zunächst muss der Schulleiter zur Gründung der Firma um Zustimmung gefragt werden. Mit seiner Unterschrift auf der Gründungsurkunde erteilt er seine Erlaubnis.

Für Lehrer ist es hilfreich andere Lehrkräfte, die für das Projekt relevante Fächer unterrichten, mit einzubeziehen. Der Lehrer ist zudem dafür verantwortlich, dass die Erziehungsberechtigten der Mitarbeiter eine Einverständniserklärung für die Mitarbeit in der Schülerfirma erteilen.

Anschließend muss entschieden werden ob es sich bei der Schülerfirma um eine klassenübergreifende Arbeitsgemeinschaft oder eine Firma innerhalb einer Klassengemeinschaft handeln soll.

Zudem muss festgelegt werden, ob sich die Schüler innerhalb oder außerhalb des Unterrichts treffen und welche Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Muss der Gewinn versteuert werden?

Hier gilt die generelle Geringwertigkeitsschwelle. Solange der Umsatz geringer als € 30.677,50 inklusive Mehrwertsteuer, der Reingewinn niedriger als € 3.834,- ist und dies durch die Buchhaltung nachweisbar ist, muss ein Gewinn nicht versteuert werden. Existieren mehrere Schülerfirmen an einer Schule, so gelten diese Grenzen in der Summe.

Was sind die wichtigsten Punkte für eine reibungslose Gründung?

Zunächst muss der Schulleiter sein Einverständnis erteilen. Leichter wird es, wenn mehrere Lehrerkollegen sich für die Betreuung der Schülerfirma bereiterklären. Es sollten wichtige Meilensteine definiert werden. Darüber hinaus sind die Wahl der Organisationsform, die Unternehmensgründung und der Aufbau einer Organisationsstruktur mit mehreren Abteilungen sowie der Ernennung eines oder mehrere Geschäftsführer / Vorstände o.ä. Kernpunkte beim Unternehmensaufbau.

Welche Geschäftsidee verwirklicht eine Schülerfirma?

Generell sind hier keine Grenzen gesetzt. In einem Brainstorming sollten die Schüler eigene Geschäftsvorschläge sammeln. Ob Seifenherstellung, Gartenbau oder Computerkurse – unter Berücksichtigung der jeweiligen Marktsituation sollten sich die Schüler auf eine Geschäftsidee gemeinsam einigen.

Was sind die wichtigsten Punkte für einen reibungslosen Unternehmensbetrieb?

Eine gut aufgestellte Unternehmensstruktur mit einzelnen Abteilungen gewährt im Unternehmensalltag einen guten Geschäftsbetrieb. Klar definierte Aufgaben und Kompetenzen sowie regelmäßige Treffen erleichtern die Zusammenarbeit.

Wie organisiert man die Abteilungen einer Schülerfirma?

Aus folgenden Abteilungen sollte eine Schülerfirma bestehen:

  • Buchhaltung: Die Buchhaltung führt die Geschäftsbücher der Schülerfirma und macht die Buchführung.
  • Einkauf: Der Einkauf beschafft die Waren, die die Schülerfirma für die Produktion und Verwaltung benötigt.
  • Verkauf: Der Verkauf beschäftigt sich mit dem Verkauf der Ware oder Dienstleistung.
  • Produktion / Herstellung: Dieses Team ist verantwortlich für die Produktion / Herstellung des Produkts.
  • Kommunikation: Die Kommunikation kümmert sich um die Unternehmenskommunikation, d.h. alles was mit Werbung, Umfragen und PR zu tun hat. Sie ist maßgeblich für das Image der Firma verantwortlich.
  • Kasse: Die Kasse verwaltet alle Einnahmen und Ausgaben von Kasse und Konto in eigener Regie.

Was ist mit dem Versicherungsschutz und weiteren Vorschriften?

Generell müssen die Unfallschutz-, Jugend- und Arbeitsschutzbestimmungen berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind das Markenrecht, Lizenzen, Brandschutz- und Hygienevorschriften zu beachten. Der Versicherungsschutz ist für die Schüler aus der Schülerunfallversicherung gegeben, wenn die Schülerfirma als eine Schulveranstaltung anerkannt ist.

Weitere interessante Informationsquellen zu Schülerfirmen:

Broschüre Firmensitz 9b, In zehn Schritten zur Schülerfirma - Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH